The Green Tiny House

SOCIAL DISTANCE

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I don’t know, actually, at all how it came to the term definition of “social distancing” in this acute Corona Crisis, because it’s the wrong choice of words, for that what we should do now in this hard time. Does the crack point lie in this maybe because we have misunderstood the request for a physical distance absolutely?

Instead of going on physical distance to the other to minimise the infection risk basically and for threatened groups the mortality risk, we go on social distance and swing us in the mirror of the egoism on the level of a society whose standard is: to me the most.

„Social distance“ is the typical phenomenon of a society which has spread out long ago before the Corona Crisis and becomes visible now so painfully. Like a gigantic divine slap our behaviour whizzes in the face of our social decency which should be fed by morality and ethics. A social behaviour which concedes in detail the most above all to ourselves and ignores the other completely or involves him only in this kind like he is useful for us for happy being and fun and he puts our shopping baskets full.

We celebrate Corona Parties where we meet on the narrowest space many people to enjoy the free time and the weather, because morning the beer goes out. Overfull playgrounds and parks, where we physically don’t do what experts and also own mind say us. We stress ourselves with an abundance which exceeds the normal measure of provision and blind the fight, which the doctors and all those who work for our survival, only that we don’t need to think that our prosperity is borrowed.

„I am not threatened“ is the guiding principle of a culture which perpetuates itself in it. He shows the mental limitation of own perception and world in which everything happens. The question for the other is not raised here, because she doesn’t include the other. The mirrors in the other does not take place here, because the other does not exist at all. In the mirror we see only ourselves. And this just wants to celebrate and enjoy the nice weather.

The social is mutilated on a hardly available rest of togetherness and vegetates now in the chaos of the Corona Pandemie on a level of „no – longer – presence“. The social was once and lies now as the ash of a burnt neoliberally shaped structure of society in front of our feet and is blown in the storm of it. Once breathing out and it’s gone.

The emotional „no – longer – presence“ of the other is like the mental mutilation of an ability which provided originally for the fact that we survive everything. Nevertheless, the loss of a survival instinct shows the deep rooting of the principles of the neoliberalism which has traced itself in all areas of our life. It became a second nature so that we don’t need to think any more about what catapults us to the top of all possession. We are able to do this without taking a closer look. We can fade out the world around so wonderfully that the threatening our existence magnitudes of the climate change and the pandemic also do not touch us if they pull us with in the abyss.

This „leave alone“ of the other was since a long time not a physical phenomenon which is reflected in the spatial distance but an emotional one which resembles an abandonment. If the other needs us, we automatically switch in an ignorance mode which eliminates the phenomenological waves the needing one sends out. It throws up instead quite practical thoughts: where do I remain?

Maybe the Corona Crisis becomes the downfall of a neoliberal culture in which we are orientated only on ourselves. When the “social distancing” tips during the Corona Crisis in a rushing downfall scenario and we have to understand that the morning can be born only if we refocus on other values. We can only survive in a world which is created by the fact that we look holistically at the world. We are a part of a circulation with several elements without rank and valency and do not stand on top on a pyramid. We have to drop our consumer’s behaviour, otherwise, there is nothing more to consume. We follow with it a pragmatic concept in which we are reflected in a right manner – we are mirrored in the face of a world, which has recognised that “physical distancing” is the right choice of words and the measure of the things. Cheers!

DEUTSCH

Ich weiß eigentlich gar nicht, wie es zu der Begriffsprägung des „social distancing“ in dieser akuten Corona Krise kam, da es die falsche Wortwahl ist, für das, was wir eigentlich in dieser heftigen Zeit tun sollten: Liegt hierin vielleicht der Knackpunkt, dass wir die Aufforderung nach einem physischen Abstandhalten schlichtweg falsch verstanden haben?

Anstatt also auf physische Distanz zum Anderen zu gehen, um das Ansteckungsrisiko grundsätzlich und für gefährdete Gruppen das Sterberisiko zu minimieren, gehen wir auf soziale Distanz und schaukeln uns im Spiegel des Egoismus auf das Niveau einer Gesellschaft, deren Maßstab es ist: mir das Meiste.

„Soziale Distanz“ ist das gesellschaftstypische Phänomen, das sich längst vor der Corona Krise ausgebreitet hat und nun so schmerzlich sichtbar wird. Wie eine riesige göttliche Ohrfeige saust unser Verhalten in das Gesicht unseres gesellschaftlichen Anstandes, der eigentlich von Moral und Ethik gespeist sein sollte. Ein Sozialverhalten, das vor allem uns selbst im einzelnen das Meiste zugesteht und den Anderen komplett ignoriert bzw nur insoweit involviert wie er uns zum Fröhlichsein und Spaßhaben von Nutzen ist und unsere Einkaufskörbe vollpackt.

Wir feiern Corona Parties, bei denen wir uns auf engstem Raum mit vielen Leuten treffen, um die freie Zeit und das Wetter zu genießen, denn Morgen geht uns das Bier aus. Übervolle Spielplätze und Parks, wo wir physisch nicht das wahren, was Experten und auch der eigene Verstand uns sagen. Wir stressen uns gegenseitig mit einem Überfluss, der das normale Maß an Vorsorge überschreitet und blenden den Kampf, den die ÄrztInnen und all jene, die für unser Überleben sorgen, aus, nur um nicht daran denken zu müssen, dass unser Wohlstand geborgt ist und keinesfalls eine selbstverständliche Ware, die uns aus dem Regal unser Existenz zusteht.

„Ich bin nicht gefährdet“ ist der Leitsatz einer Kultur, die sich in ihm verewigt. Er zeigt die mentale Begrenzung der eigenen Wahrnehmung und Welt, in der sich alles abspielt. Die Frage nach dem Anderen wird hier nicht aufgeworfen, da sie den Anderen gar nicht inkludiert. Das Spiegeln im Anderen findet hier nicht statt, da der Andere gar nicht existiert. Im Spiegel sehen wir nur noch uns selbst. Und das will gerade feiern und das schöne Wetter genießen.

Das Soziale ist auf einen kaum noch vorhandenen Rest des Miteinanders verstümmelt und siecht nun im Chaos der Corona Pandemie auf einem Niveau des Nicht – mehr – Vorhandenseins. Das Soziale war einmal und liegt nun als Asche einer verbrannten neoliberal geprägten Gesellschaftsstruktur vor unseren Füßen, die im Sturm davon geweht wird. Einmal ausatmen und es ist davon.

Das emotionale Nicht- Vorhandensein des Anderen ist wie die mentale Verstümmelung einer Fähigkeit, die ursprünglich dafür sorgte, dass wir alles überleben. Das Abhandenkommen eines Überlebensinstinktes zeigt doch die tiefe Verwurzelung der Prinzipien des Neoliberalismus, der sich inzwischen durch all unsere Lebensbereiche gepaust hat. Es ist uns in Fleisch und Blut übergegangen, so dass wir nicht einmal mehr darüber nachdenken müssen, was uns an die Spitze allen Besitztums katapultiert. Wir können das, ohne hinzusehen. Wir können die Welt um herum so wunderbar ausblenden, dass uns die existenzgefährdenen Ausmaße des Klimawandels und der Pandemie auch dann nicht berühren, wenn sie uns vor unseren Augen mit in den Abgrund ziehen.

Das Allein- lassen des anderen war schon lange kein physisches Phänomen mehr, das sich im räumlichen Abstand niederschlägt, sondern ein emotionales, das einem Verlassen gleicht. Wenn der Andere uns braucht, schalten wir automatisch in einen Ignoranz Modus, der die phänomenologischen Wellen eliminiert, die der Brauchende aussendet. Es wirft stattdessen ganz praktische Gedanken auf: wo bleibe ich bei der Angelegenheit?

Vielleicht wird die Corona Krise zum Untergang einer neoliberalen Kultur, in der wir nur auf uns selbst geprägt sind. Wenn das „social distancing“ in der Corona Krise in ein rauschendes Untergangsszenario kippt und wir verstehen müssen, dass das Morgen nur dann geboren werden kann, wenn wir uns auf andere Werte besinnen. Wir können nur in einer Welt überleben, die davon geprägt ist, dass wir holistisch die Welt betrachten. Wir sind Teil eines Kreislaufes aus mehreren Elementen ohne Rang und Wertigkeit und stehen nicht oben auf einer Pyramide. Wir müssen unser Konsumentenverhalten ablegen sonst gibt es nichts mehr zu konsumieren. Wir folgen damit einem pragmatischer Ansatz, in dem wir uns in einer richtigen Weise spiegeln – wir spiegeln uns im Angesicht einer Welt, die längst erkannt hat, dass „physical distancing“ die richtige Wortwahl und das Maß der Dinge ist. Prost!

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Thema von Anders Norén